Ein Freund beklagte einst, daß unsere alltäglich wiederkehrenden Zustände und Verrichtungen in unserer Wertschätzung einen gar zu geringen Platz einnähmen, daß wir zwar große Ereignisse zu feiern und bedeutende Errungenschaften zu würdigen verstünden, das täglich Wiederkehrende aber achtlos,…
Was wir in des Schlafes hohen Sphären
Eingesogen, drängt sich zu verwandeln,
Will zum irdschen Stoffe lebhaft gären,
Zieht vom Lager uns empor zum Handeln.
Wie eine Blume unser Aug erhellt,
Ein lieblicher Gedanke unsern Sinn,
So bringt an Göttlichem in dieser Welt
Ein gutes Mahl den einfachsten Gewinn.
Tagtäglich abgemessne Tätigkeit
Teilt sich den Ruhm der Sterne
Und trägt mit stetem Schritte weit
Uns hin zum Ziel der Ferne
Wer sich die schwerste Bürde
Zum Vergnügen aufgeladen,
Behält mit Frohsinn seine Würde
Auch wo die Parzen plagen.
Wie den eignen Ton, gefügig, fein,
Findt der Künstler weder Farb noch Stein.
Der Welt vollkommne Form hier einzuprägen,
Ist nicht mit Gold und nicht mit Ruhm zu wägen.
Nicht Eile treibt den Herrn,
Seine Werke zu vollenden;
Auch liegt dem Weisen fern,
Geist in Unrast zu verschwenden.
Auf einem Kreise,
Auf Mond und Sternenweise
Wird der Gute weise,
Wird das Kind zum Greise.
Auf einer Fahrt wird jeder Geist erregt,
Bewegung ist der Grund des Lebens.
Drum, wer den Geist auf gute Dinge legt,
Reiset nicht vergebens.
Still wacht der Tempel seinem Gotte,
Fortgerissen wird das Zelt,
Die Rose bleibt an ihrem Orte,
Ewig lebendig steht die Welt