DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

APHORISMEN - VII

Wir wollen, daß unsere Kinder Künste und Wissenschaften lernen und alle Dinge, die im Leben nötig sind und Ansehen genießen. Doch so begierig sich die jungen Seelen auftun und alles erfahren und an sich nehmen wollen, so sind sie doch auch schon mit der Schwere des Fleisches behaftet…

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Was können wir dem Kranken raten, dem vom Arzt der nahe Tod verkündet wird? Dasselbe, das wir uns selbst jeden Tag aufs Neue raten sollten: Fasse Dich auf Deinen Tod!

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Wir erziehen die Kinder, sich vor Gefahren und Unfällen aller Art in Acht zu nehmen und warnen dabei vor Schmerz und Tod, vor Krankheit und Armut als den schlimmsten Übeln. Kann aber etwas Anderes daraus folgen als die Angst vor dem Unvermeidlichen, Gottgegebenen, die uns in größte geistige Armut stürzt?

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Es gibt zwei Arten wie wir über unsere weltlichen Angelegenheiten an Gott herantreten und ihm also näher kommen wollen.

Einmal, wenn wir um seinen Beistand bitten: „Unser täglich Brot gib uns heute“ oder „Hilf mir gegen meine Feinde“.

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Ein Feuer im Kamin brennt behäbig und sicher, wenn es genügend Luft zum Atmen hat. Bläst man noch in die Flamme, so wird es lebhaft und geschäftig. Sobald man aber die Öffnung verschließt und nur eine kleine Zufuhr freiläßt, gebärdet es sich als wildes reißendes Tier.

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Die Mathematik verhält sich zu den übrigen Wahrheitskünsten wie Gold zu einem schönen Haus. Die Wahrheit ihrer Sätze läßt sich stets überprüfen, man kann sich nicht mit ausschweifenden Reden herauswinden wie ein Theologe oder Philosoph.

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Gibt es ein reales Glück, oder ist Glück, wie Schopenhauer meint, nur vorübergehende Abwesenheit von Leid?

In glücklichen Stunden, wenn uns das Gegenwärtige erfreut, oder wenn, wie dies häufiger der Fall, Vergangenes oder Entferntes uns die schönsten Empfindungen erregt, da ließen wir uns kaum bereden, es gäbe kein positives und reales Glück.

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Eine Hypothese: Die Welt samt allen Wesen, die in ihr zu finden sind, samt allen Schicksalen, die darin ihren Lauf nehmen, sei der Ausdruck und die Gestaltwerdung eines allumfassenden Willens. Aber dieser Wille sei nicht, wie ihn Schopenhauer sieht, blind und ziellos,…

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Daß wir zu wenig Zeit hätten, ist eine ganz falsche aber von jedem geteilte Meinung. Wir haben vielmehr viel zu viele, jedoch zu wenig Kraft, zu wenig Willensstärke, zu wenig Disziplin, um diese unsere viele Zeit wirklich zu gebrauchen.

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Die physikalischen Gleichungen haben mich in der Schule mehr verwirrt als belehrt. Daß etwa die Masse mit der Beschleunigung multipliziert Kraft ergeben soll (F = m x a), kam mir vor, als würde man Äpfel mit Birnen multiplizieren und erhielte Trauben.

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