DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

2020

19. Okt. 2020

Sterblichkeit

In der Frage der Über- oder Untersterblichkeit werden häufig die Sterbezahlkuven von ”Euromomo“ herangezogen. Diese sind allerdings zum Teil etwas abenteuerlich, auch weil dort Tote wieder auferstehen 😀, und weil die Summe der „exess-mortality“ aller Altersklassen etwa doppelt soviel ergibt wie die Werte der „all-ages“.

Aber selbst wenn man diese Zahlen zugrunde legen würde: Dann ergäbe sich für einige Länder eine höhere Sterblichkeit und zwar um ein bis zwei zusätzliche Tote auf 10.000 Einwohner (z.B. Riedlingen mit Gemeinden) … innerhalb von neun Monaten … und verstorben im Alter von durchschnittlich 82 Jahren (Schweden 86 Jahre). Auf hunderte Millionen hochgerechnet kommt natürlich schon etwas zusammen.

Nach meiner Auflistung (siehe die unten genannten Quellen) ergibt sich allerdings für keines der angeführten Länder eine Übersterblichkeit, jedenfalls bis zum 19. Oktober 2020. Die Daten wurden heute nochmals aktualisiert, und nur für USA bleibt eine geringfügige Übersterblichkeit: Auf 346.320 ein zusätzlicher Toter.

USA

2019     2.722.311 Tote => 226.859 Tote pro Monat

2020     2.200.390 Tote (19.10.2020) => 227.783 Tote pro Monat

Schweden

2019     94.945 Tote => 7.912 Tote pro Monat

2020     76.782 Tote (19.10.2020) => 7.948 Tote pro Monat

Italien

2019     579.244 Tote => 48.270 Tote pro Monat

2020     465.026 Tote (19.10.2020) => 48.139 Tote pro Monat

Frankreich

2019     582.263 Tote => 48.521 Tote pro Monat

2020     469.224 Tote (19.10.2020) => 48.573 Tote pro Monat

Spanien 

2019     403.581 Tote => 33.631 Tote pro Monat

2020     320.902 Tote (19.10.2020) => 33.447 Tote pro Monat

Deutschland

2019     879.959 Tote => 73.329 Tote pro Monat

2020     701.591 Tote (19.10.2020) => 73.126 Tote pro Monat

Entnommen bzw. errechnet aus countrymeters, eine Seite, die sowohl von Universitäten als auch von den Qualitätsmedien und den Öffentlich Rechtlichen als Quelle genutzt wird.

Aktuelle Daten für jedes Land: z.B. 

https://countrymeters.info/de/United_States_of_America_(USA)

https://countrymeters.info/de/Sweden

oder

https://www.statista.com/statistics/525353/sweden-number-of-deaths/

 

Wie man Übersterblichkeit überhaupt, gleich welcher Größe, beurteilt, ist freilich Sache jedes Einzelnen und hängt ab von seiner Einstellung zum Leben und zum Tod. Darüber läßt sich mit Zahlen und Statistiken und Kurven nichts beweisen oder widerlegen. Allerdings fände ich nicht verfehlt, sich gelegentlich vorzustellen, wie es wäre, wenn der jetzige Zustand in etwa so bleiben würde, wie er, im Mittel, die vergangenen 8 Monate war … und zwar für immer! Z.B. weil kein oder kein genügend wirksamer Impfstoff gefunden wird, oder weil andere Viren und Keime, die jetzt schon gleich oder tödlicher sind als Corona (Influenza, multiresistente Krankenhauskeime usw.) die Stelle von Corona übernehmen, oder weil wir uns ja folgerichtig gegen alle übrigen Todesarten, die unser Leben tausendmal mehr bedrohen, mit ebensolchem d.h. tausendfachem Aufwand wehren müßten. Und dann könnten wir uns die Frage stellen: Wie wollen wir leben?

Auch in dieser Frage zählen im Grunde keine Argumente … und schon gar keine Zahlen und Kurven. Viele – und vielleicht die meisten – können sich sehr gut mit allem arrangieren und die Einschränkungen anderweitig kompensieren. Diese Anpassungsfähigkeit ist ja vielleicht eine Qualität und eine Tugend. Dennoch könnte man durchaus diese Frage an den Anfang aller Forschungen und Maßnahmen und Überlegungen stellen: Wie wollen wir leben? … und dann, jeder für sich und seiner Natur gemäß, versuchen, eine Antwort zu finden.

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