DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

September 2012

… aus Angst, es könne etwas Abträgliches ans Licht kommen, man könne Feindseligkeit, Hass oder Verachtung auf sich ziehen. In seltenen Fällen wird auch mit Absicht und strategisch gelogen, wenn sich einer durch die Unwahrheit einen materiellen Vorteil erhofft. Dies nennt sich Betrug. Noch seltener ist die Lüge aus reiner Bosheit …

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… gegen einen viel Stärkeren durchsetzen, denn hinter seinen Argumenten, seinen Forderungen und Anklagen steht im Grunde immer dieselbe Drohung: Die andern werden alle mir Recht geben und auf meiner Seite stehen! Sie werden Dich schuldig sprechen und verurteilen, sie werden Dich schmähen …

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… und sich nach ihnen richtet. Falls er dagegen verstößt, soll er sich fürchten vor unserer Rache, vor unseren Strafen oder wenigstens unserer Missgunst. Reue zeigen ist ja nichts anderes als diese Furcht …

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… wie die anderen uns achten, der soll sich einmal vorstellen, keiner würde ihn lieben, alle …

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… Darüber steht kein Gesetz, weder ein irdisches noch ein göttliches – jedenfalls soweit wir von einem solchen etwas wissen können.

Wer allerdings, im einzelnen Falle, der Stärkere ist, das lässt sich oftmals nicht erkennen, denn die Macht hat eine Vielzahl von Gesichtern und verbirgt sich hinter raffinierten, oft unscheinbaren Masken. Der Stärkere kann derjenige mit der stärksten Faust oder den besten Waffen sein, oder der Reiche, der sich vielen Einfluss erkauft, oder viele Arme, die den Reichen zum Teufel jagen …

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