DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

2. August 2012

Für manchen an Selbstgefühl und Durchsetzungskraft Benachteiligten ist es eine große Hilfe, sich unter den Schutz eines allmächtigen Gottes zu stellen – so wie die Schwachen immer gerne einen Anführer suchen, um sich Respekt zu verschaffen: „Gott ist mein Freund, Gott gibt mir Kraft, er ist der Stärkste, er bestimmt alles, hat Macht über alle, und wenn du mir übel willst, so ist er dein Feind, und du wirst das Nachsehen haben.“ Solcher Rückhalt tut dem Schwachen gut, und er lässt keine Gelegenheit aus, sein vertrautes Verhältnis zum Allmächtigen hervorzukehren. Er glaubt dadurch Eindruck zu machen und Geltung zu erlangen, die ihm sonst, aus Mangel an eigenen Kräften, versagt bliebe.