DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

5. April 2012

Die Tugend ist ein relatives Ding und keineswegs ein unverrückbarer Wert in sich.

Manche Tugenden und moralische Werte mögen beständiger sein als Reichtum und Posten, aber absolut und unantastbar sind sie keineswegs – denn sie hängen letztlich ab von den jeweiligen Interessen des Kreises, in dem man sich bewegt.

Dennoch stimme ich zu, dass für unser Glück vielversprechender ist, auf die Tugend zu bauen, anstatt etwa auf Reichtum. Aber nicht weil die Tugend beständigeres, sondern weil sie höheres Glück einbringt, denn sie bringt uns Liebe und Achtung und also Geltung – und Geltung ist von allem unser höchstes Glück.