DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

27. März 2012

Neidisch sein heißt in den seltensten Fällen, gerade dasjenige haben wollen, worauf man neidisch ist. Vor allem Charakterzüge, Eigenschaften und Aussehen würde man nicht gerne einfach übernehmen, jeder will schließlich sich selbst bleiben und nicht ein anderer werden. Ich beneide daher eher die gute Wirkung, die einer tut, aber nicht konkret die spezielle Eigenschaft, mit der er sie tut. Das einzige Gut, worauf man uneingeschränkt neidisch sein kann, ist das Geld, denn, ginge es auf einen über, könnte man ganz der Selbe bleiben und es doch nach eigenem Gutdünken in alle käuflichen und wünschenswerten Dinge verwandeln. Deswegen ist der Neid auf Geld am weitesten verbreitet und werden die, die mehr haben, am meisten gehasst oder wenigstens nicht sonderlich gemocht.