DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

20. Februar 2012

Alles in der Welt drängt nach Geltung, Selbstbehauptung, Glanz und Macht. Warum können wir uns beim Anblick der Natur damit abfinden, ja genießen es sogar wie alles hervordrängt und sich, um der eigenen Herrlichkeit willen, gegenseitig niederringt – während wir, sobald wir das selbe bei Menschen beobachten, von Argwohn und moralischem Abscheu erfüllt sind? Nun es rührt einzig daher, dass wir in den Menschen unsere Konkurrenten sehen – und also in ihrem Emporstreben eine Gefahr für uns selbst. Den Konkurrenzkampf der Natur betrachten wir gelassen und mit Freude, weil wir nichts zu fürchten haben – aber vielleicht sehen das die Blumen, Sträucher, Bäume und die Tiere ja anders.