DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

November 2010

…muß im nächsten Schritt die Einsicht folgen, daß sie keine Schwäche oder Schande ist sondern ein Segen. Nehmen wir die Putzsucht, welche bei den Frauen am augenscheinlichsten hervortritt — wo wären wir, würden sie sie sich verkneifen?

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…und heftigen inneren Bewegung, welche der Anblick eines großen Kunstwerkes, der Vortrag eines begnadeten Schauspielers oder Musikers in uns auslöst, rührt daher, daß wir halb bewußt empfinden, wie es wäre,…

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26. Nov. 2010

Jede Religion,…

…jede philosophische oder bürgerliche Ethik, jedes Gesetzbuch ist nichts als ein Codex, ein Sammelwerk von Spielregeln für das große Spiel der Gesellschaft. Dieses Spiel wiederum ist eine Veranstaltung zu keinem anderen Zwecke,…

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19. Nov. 2010

Meine Betrachtungen…

…handeln nicht davon wie die Welt sein soll, sondern wie sie ist — und zwar deswegen, weil ich sie im Grunde nicht anders haben will, weil ich mit ihrem Zustande voll und ganz zufrieden bin. Natürlich kommen einem wo man hinschaut…

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…um bei ihnen gut dazustehen — außer Naschen, Faulenzen, Onanieren und in der Nase bohren — eben das, wofür wir uns vor ihnen schämen, was unserm Ansehen schadet.

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…und machen daraus ein mysteriöses Heiligtum — in Wahrheit aber möchten sie geehrt und begehrt sein, etwas gelten, genau wie alle andern, wie Männer und Kinder und selbst die Tiere auch.

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…und das tun wir fast immer und bei jeder Gelegenheit, ist irgendwo unser eigenes Interesse mit im Spiel. Wir fühlen uns in irgendeiner und vielleicht noch so indirekten Weise betroffen, im Guten wie im Bösen, honoriert oder gekränkt, beschützt oder bedroht.

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