DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

8. März 2010

Unser höchstes erstrebtes Gut ist Ansehen und Macht. Um sie zu erhalten müssen wir den anderen dienstbar sein, nützlich und erfreulich. Auch mit Geld kann Ansehen und Macht erlangt werden; allerdings ist dieses Mittel nur äußerlich und bei Verlust des Geldes geht das Ansehen mit.

Wenn das Geld nicht durch eigene Leistung erworben, nur ererbt oder in der Lotterie gewonnen wurde, ist auch seine Wirkung geringer, es fehlt der Ausdruck von Kraft, Klugheit und Beharrlichkeit, Eigenschaften, die gewöhnlich zum Erwerbe nötig sind.

Außerdem erweckt materieller Reichtum immer Neid und bringt also, neben Ansehen und Macht, auch viele Feindschaft, sei nur es hinter unserem Rücken, vielleicht nur in unserer Einbildung, sei es real, wenn sie zur gesellschaftlichen Ächtung, Raub, Klassenkampf, politischem Umsturz führt. Die Furcht vor solcher Feindschaft erzieht manchen Vermögenden zur Bescheidenheit, zuweilen auch zur Knauserei.