DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

14. Februar 2010

Wenn wir einander wohltätige Dienste tun, nicht umsonst sondern um geachtet und geliebt zu werden, was soll an einem solchen Handel auszusetzen sein? Warum soll etwas selbstlos, d.h. ganz ohne Gegenleistung geschehen? Warum soll nicht, und sei es bloß in der Phantasie, für konkrete Leistungen eine ideelle Belohnung bereitstehen? Die totale und unbedingt selbstlose Tat wäre ja eine Einseitigkeit, Unausgewogenheit, ein gestörtes Gleichgewicht; warum und wozu sollte so etwas gut sein?

Bleiben wir doch besser dabei, daß wer konkrete handgreifliche Dinge leistet und dabei auf konkrete Gegenleistungen verzichtet, seinen Lohn dafür in Form tatsächlichen oder vorgestellten oder im Himmel nachgereichten Ruhmes erhält.