DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

11. Februar 2010

Der Unterschied zwischen den sinnlichen Genüssen und denen, welche die Tugend bereitet, ist, daß wir bei ersteren eine Sättigung erfahren und bei Unersättlichkeit uns Übelkeit und Krankheit zuziehen, hingegen von den Genüssen der Tugend, welche nicht anders als Lob, Ansehen und Ruhm heißen, weder jemals satt werden noch uns übersättigen. Allenfalls, wenn wir uns zu offensichtlich darin suhlen, durch offen getragene Eitelkeit und Ruhmsucht, verscherzen wir uns diese Begünstigungen und ernten stattdessen Verachtung und Hohn.

Wohl dem aber, der sein Sach nicht auf die Gegenwart gebaut, sondern sich mit der Vorstellung eines postumen Ruhmes zufriedengibt.