DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

2009

10. Dez. 2009

Würde einer…

…— übrigens nach guter alter Philosophenart — den Tod seiner Nächsten ohne Trauer, vielmehr gleichgültig und als die natürlichste Sache aufnehmen, so würde er Wut und Haß erregen oder zum mindesten als seelisch krank beiseite geschoben.

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Das Erstaunliche dabei ist, daß er in diesem Ehrgeiz über räumliche und zeitliche Grenzen hinausgeht. Er möchte nicht nur Anwesenden gefallen, ja womöglich diesen gerade nicht, sondern andern, denen er nie in seinem Leben begegnen wird,…

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…, gut. Zwar kann er gemeinsame Freuden und Schmerzen haben, aber auch dies ist im Grunde der selbe Egoismus, nur in erweitertem Rahmen. Der Mensch ist durch und durch Egoist, aber dieser Egoismus führt ihn unvermerkt zum Dienst an andern:…

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6. Dez. 2009

Unser Verhältnis…

…zu den andern ist das wichtigste Element in unserem Leben, von dem Glück und Unglück fast ausschließlich abhängen. Eine Lehre zur Lebensweisheit oder Eudämonie muß daher hauptsächlich die Frage behandeln: Wie werde ich am meisten geliebt und geachtet…

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…der in unendlicher Weisheit, Güte und Machtvollkommenheit die Welt erschaffen hat und über ihren Ablauf wacht, scheint mir eine wohltuende und vernünftige Vorstellung. Daß er moralisch sein soll, d.h. manches lobt und manches tadelt,…

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3. Dez. 2009

Der Selbstmord…

…ist ein Akt zur Rückgewinnung von Ansehen, Anteilnahme, Mitleid, Zuneigung, und so können wir davon ausgehen, daß sich dem Verzweifelten, der diese Dinge für verloren glaubte, in seinen letzten Stunden sein Gemüt aufhellt in der Vorstellung,…

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…die wir gebrauchen, sondern diese nur stellvertretend für Gedanken und Absichten sind, sowenig geht es in unseren Auseinandersetzungen, Disputen und Kämpfen um die Gegenstände, wegen deren wir uns ereifern.

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…hat mehrere Seiten: Einerseits bewirkt es nützliche, treffliche, große Taten — überhaupt alles Bedeutende unserer Existenz — andererseits entsteht daraus Heuchelei, Lüge, Großsprecherei, Aufgeblasenheit, alle Art von Falschheit und hohlem Schein.

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30. Nov. 2009

Moralische Gefühle…

…wie Nächstenliebe, Mitleid, Mitfreude am Glück der andern, die Freude zu helfen, sich selbst zu opfern, sind private Regungen und eines jeden eigen Sache. Sie betreffen das moralische Wollen, denn wir haben dabei die Empfindung, als käme der Antrieb ganz aus uns selbst.

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26. Nov. 2009

Ein höherer Ursprung…

…der Moral ist nicht nötig. Von Natur aus verlangt es den Menschen, gut bei Seinesgleichen dazustehen. Um dies zu erreichen, muß er ihnen nützlich sein. Am besten wird er bei ihnen dastehen, wenn sie den Eindruck haben,…

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