DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

15. Dezember 2009

Schopenhauer hat zwar recht: Und allerdings ist für das Wohlseyn des Menschen, ja, für die ganze Weise seines Daseyns, die Hauptsache offenbar das, was in ihm selbst besteht, oder vorgeht. Hier nämlich liegt unmittelbar sein inneres Behagen, oder Unbehagen, als welches zunächst das Resultat seines Empfindens, Wollens und Denkens ist; während alles außerhalb Gelegene doch nur mittelbar darauf Einfluß hat.

Kommentar: Was aber in ihm vorgeht, ist zum allergrößten Teil von außen bestimmt, nämlich davon, wie er bei seinen Artgenossen geschätzt wird, oder jedenfalls was er sich darüber vorstellt. Er baut sein „inneres Behagen oder Unbehagen“ ganz und gar aus seinen Phantasien bezüglich der Außenwelt und ist insofern von dieser Außenwelt — wie sie ihm erscheint — vollkommen abhängig.