DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

18. Oktober 2009

Der Geiz anderer ist hauptsächlich dann unsympathisch, wenn man sich selbst dadurch benachteiligt fühlt. Überhaupt ist er aber Ausdruck von Ängstlichkeit und Schwäche und genießt schon deswegen wenig Achtung. Die Ängstlichkeit des Geizigen bezieht sich dabei nur zum kleineren Teil auf das Geld, wie man ja zunächst vermuten sollte, als vielmehr darauf, er könnte ausgenutzt und dann auch noch verhöhnt werden. Gerade dies ist aber die Schwäche, die Verachtung findet. Der Starke kann mit seinem Gelde großzügiger verfahren, freut sich an der guten Gesinnung, die er dafür erntet und kümmert sich wenig um Schmarotzer und Spötter.