DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

8. Oktober 2009

Beliebtheit, Ruhm, Größe überhaupt, haben wir nur vor andern. Wer sich also schämt, andern gefallen zu wollen, von ihrem Geschmack und Urteil abzuhängen, wer zu stolz ist, ihnen zu schmeicheln, ihre Mißgunst zu fürchten, der wird niemals Ruhm und Größe finden. Denn vor wem sollte er groß sein, wenn nicht vor den andern? Groß vor sich selbst zu sein ist absurd, groß allein vor Gott gibt es nicht, denn die Größe vor Gott ist immer ein Spiegelbild derjenigen vor Menschen — wobei ich nicht rechten würde, wenn jemand dieses Verhältnis umkehrte, zumal es auf dasselbe herauskäme.