DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

8. Juli 2009

Einen Künstler, der seine Kunst nur zum Vergnügen treibt, nehmen wir nicht ernst, wir verlangen, daß er seine ganze Zeit und Kraft, im Grunde sein Leben opfert, um uns zu gefallen. Erst dadurch sind wir genügend gerührt und geschmeichelt, ihm den Ruhm zu gönnen. Wieviele Künstler und Schreiber, vor allem in heutiger Zeit, machen sich, trotz erbärmlicher Leistungen, einen großen Namen, nur weil sie ganz von ihrer Arbeit eingenommen, ja besessen scheinen — was dem Publikum dann so sehr schmeichelt, daß es mit der Münze des Beifalls entlohnt.