DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

April 2009

…lebt irgendwie, sowie alles in der Natur irgendwie lebt. Es ist nicht richtiger eine Birke zu sein als ein Grashalm, ein Rindvieh nicht besser als ein Fuchs. Alles lebt nebeneinander und durcheinander, ein jedes will sich als Individuum behaupten oder als Gemeinschaft wie Bienen und Ameisen.

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…welches Erbsünde genannt ward, nur in diesem eigentümlichen Moralverhältnis, in dem die Menschen zueinander stehen: sich ewig gegenseitig anklagen, Schlechtes Gewissen schüren, ewig in der Angst leben, bestraft oder zumindest nicht genug geachtet…

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…— denn selbst seine einsamsten Gedanken sind ja nichts als innere Zwiegespräche mit anderen. Wenn er so an andere denkt, sich mit ihnen unterredet, dann ist sein hauptsächliches Anliegen und das Grundmotiv aller aufkommenden Themen:

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19. Apr. 2009

Moral dient dazu,…

…seinen eigenen Forderungen Gewicht zu verschaffen. Anstatt zu sagen: Ich will, daß dies geschieht, weil es zu meinem Vorteil ist, gibt man vor, es sei zum Vorteile aller, oder doch einer sehr großen Zahl,…

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14. Apr. 2009

Achtung und Liebe…

…sind die alltäglichsten und zugleich wichtigsten Waren im menschlichen Handel. Die Währung, in der bezahlt wird, heißt Dienst und Opfer. Jedem steht frei, weniger zu bezahlen — wenn er mit weniger oder geringerer Ware auskommt.

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…wie gerne wäre man es los! Was wird nicht zur Selbstverteidigung an Selbstgesprächen geführt, was haben nicht Philosophen auf die Beine gestellt, um es ein für alle Male auszutilgen. Alle die Abhandlungen über die Freiheit des Willens,…

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11. Apr. 2009

Es ist richtig,…

…daß die Moral ein Machtwerkzeug der Schwachen ist, denn wer stark genug wäre, könnte sich ohne sie behelfen. Es ist aber ebenso wahr, daß wir alle schwach sind, und daß wir deswegen selbst jederzeit auf die Moral zurückgreifen, um unsere Interessen zu wahren…

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…richtet sich gegen die Mächtigeren und Besseren, als welche seine Position beschneiden. Doch wird trotz all seiner Revolten und Revolutionen sich immer wieder eine mächtigere und bessere Schicht über ihn stellen und also seine Machtstellung aufs neue beschneiden.

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…und ich meine damit alle Menschen, auch den Individualisten, den Einzelgänger und selbst den Einsiedler. Wenn nämlich die letzteren zwar nicht mit der Herde laufen, so leben sie doch in Gedanken mit der Herde, und es ist ihnen sehr wichtig, ja bedeutet alles,…

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…es gibt sie nur in Hinsicht auf andere. Wenn ein Mensch nur auf sich selbst sehen und denken könnte, so würde nichts einer Moral Ähnliches in ihm aufkommen. Aber kein Mensch kann nur auf sich selbst sehen und wenn, dann nur für Augenblicke.

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