DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

22. März 2009

Wir werden das Schlechte Gewissen nimmer los, und wenn‘s einer los würde, so dürfte er‘s nicht bekennen, denn er würde sich den Haß der übrigen zuziehen, die ihm einerseits seine Unabhängigkeit neideten, vor allem aber, weil er ihnen jeden Einfluß auf sich nähme, er wäre gewissermaßen unantastbar, unverwundbar und ihre Position gegenüber der seinen geschwächt. Sie würden ihn aus ihrem Kreise verbannen oder, falls es ihm gelänge, seine Kunst zu lehren und Jünger zu finden, ihn verfolgen und vernichten — denn mit „Gewissenlosen“ läßt sich kein Staat machen.