DIETMAR ODILO PAUL

WIE WAHRHEIT WANDELT

PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN

März 2009

…die wir unternehmen, um unsere Eigenständigkeit und Persönlichkeit zu wahren, dem Schuldgefühl und unwürdiger Dienstbarkeit zu entkommen, hören wir häufig auch den Wunsch nach Selbstverwirklichung oder den Wunsch, endlich etwas für sich zu tun.

Weiter lesen

…schimpft über alles und jeden, klagt über Gott und die Welt, streitet mit Weib und Kind, und es stürzen die Vorwürfe wie der wilde Gebirgsbach. Beim andern hört man‘s nicht, mit unmerklichen Sticheleien versucht er die Moral seiner Konkurrenten aufzuweichen,…

Weiter lesen

…— in sicherer Position — wird sich weder selbst viel Schlechtes Gewissen machen lassen, noch den andern aufdrücken. Doch fürchte ich, auch sein Zustand ist nur temporär, bald wird seine Selbstgewißheit wanken, er wird von neuem infiziert und, was damit einhergeht,…

Weiter lesen

…ist vorrangig das Kampfmittel der Schwachen — sollte man meinen — und tatsächlich verstehen sich die Weiber vortrefflich darauf. Aber auch bei den Rührigen des Staates und der Kirche war es zu allen Zeiten eine bewährte Taktik,…

Weiter lesen

25. Mrz. 2009

Die Auffassung,…

…daß alle Moral aus dem menschlichen Triebe der Selbstbehauptung, aus dem Ehrgeiz aufzusteigen, aus der Angst vor Verstoßung sich herleitet, heißt aber nur, in der Kausalitätskette ein Glied weiter gegangen zu sein. Hingegen einen letzten Grund und Ursprung der Moral erforschen und begründen zu wollen wäre,…

Weiter lesen

…wie man allenthalben glaubte, sondern eine Folge des Machtkampfes im Rudel, wo es gilt, den andern klein zu halten, ihm Schlechtes Gewissen einzuflößen, ihn fürchten zu lehren, durch eine falsche Handlung in der Achtung, im Rang zu sinken und womöglich aus dem Rudel gestoßen zu werden.

Weiter lesen

…und wenn‘s einer los würde, so dürfte er‘s nicht bekennen, denn er würde sich den Haß der übrigen zuziehen, die ihm einerseits seine Unabhängigkeit neideten, vor allem aber, weil er ihnen jeden Einfluß auf sich nähme, er wäre gewissermaßen unantastbar,…

Weiter lesen

20. Mrz. 2009

Mancher fürchtete,…

…wenn Gott und Religion abgeschafft wären, daß dann auch alle Moral verschwände und die menschliche Gesellschaft vollends ins Chaos stürzen müsse. Wenn erst die Furcht vor jenseitigen und ewigen Strafen fehlte, könnten Polizei und Gerichte dem Zerfall nicht mehr steuern,…

Weiter lesen

…als wer geradewegs behauptet, er habe sich nichts vorzuwerfen, sei mit sich zufrieden und stehe in niemandes Schuld. Die Selbstgerechten, auch wenn sie keinen Schaden stiften, waren schon immer das Ziel moralischer Anklage,…

Weiter lesen

…durch Schuldzuweisungen und Sündenkult steht immer genug Selbstgefälligkeit, Selbstgerechtigkeit und Selbstüberhebung gegenüber, so daß nie zu fürchten ist, die Menschheit würde unter ihrer Sündenlast dereinst zusammenbrechen.

Weiter lesen